Aufgesetzte Henne

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Sulmtaler Henne

Das weizenfärbige Sulmtaler Huhn, das durch die charakteristische, helle Haube auffällt, erlangte als steirisches Brathuhn in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Weltberühmtheit. Mit der aufkommenden Massentierhaltung ist das typische Freilandhuhn, zu denen die Sulmtaler Rasse gezählt wird, in der Steiermark jedoch fast ausgestorben. Der steigernde Wunsch der Konsumenten nach Echtem und Unverfälschtem veranlasste eine Reihe von Züchtern, das Sulmtaler Huhn wieder nachzuzüchten, dies führte dazu, dass dieses Huhn mittlerweile wieder zu den typischen steirischen Kostbarkeiten zählt.

Es ist nicht genau bekannt, aus welcher Rasse dieses Huhn einmal entstanden ist, in der südlichen Steiermark wurden die so genannten „Steirischen Landhühner“ oder „Altsteirischen“ über Jahrhunderte als Mast- und Fleischhuhn gehalten. Sie waren in den steirischen Maisanbaugebieten zwischen Graz und Marburg, vor allem im Sulmtal sehr stark verbreitet.

Es gibt mehr Appetit als Hühner auf der Erde.

Um 1900 züchtete der Grazer Gutsverwalter Armin Arbeiter aus der legefreudigen „Altsteirischen“ durch Einkreuzung mit einer asiatischen fleischreichen Rasse ein schwereres Masthuhn, das er „Sulmtaler Huhn“ nannte. Dieses Huhn zeichnete sich durch gute Nutzeigenschaften aus, war schwerer als das steirische Landhuhn. Diese Zucht erlangte weltweit Berühmtheit, unter anderem waren diese Hühner am österreichischen Kaiserhof sehr geschätzt.
Als Individualisten waren jedoch diese Hühner für die Massenhaltung nicht geeignet, Hühner aus Massentierhaltungen überschwemmten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Markt, das Sulmtaler Huhn stand knapp vor dem Aussterben.
Heute, wo natürliches Kochen nach natürlichen Lebensmitteln und natürlichen Rohstoffen verlangt, sind sie jedoch wieder sehr geschätzt, es wird wieder der alte Wirtschaftstyp des Sulmtaler Huhns mit der typischen Weizenfärbung und der charakteristischen Haube gezüchtet. Die Sulmtaler Hühner sind gute Futterverwerter, leicht mästbar, ihr zartes Fleisch und ihre Eier sind wohlschmeckend und hoch bewertet.

Das Sulmtaler Huhn eignet sich aufgrund der Fleischstruktur infolge des langsamen Wachsens und der täglichen Bewegung an frischer Luft vorzüglich zum Braten. Es wäre zu schade, dieses hochwertige Fleisch zu backen und somit unnötig kurzfristig hohen Zubereitungstemperaturen auszusetzen. Das Sulmtaler Huhn ist heute aus der Küche qualitätsbewusster Köche nicht mehr wegzudenken.

Eine für die Südweststeiermark typische und traditionelle Zubereitungsart ist zweifelsohne die sogenannte „Aufgesetzte Henne“.

Collage-Henne

So zaubern Sie eine schmackhaft, aufgesetzte Henne

Zutaten

  • 1 bratfertiges Huhn
  • speckige Erdäpfel, Rosmarinzweig
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl

Für die Fülle

  • Semmelwürfel, Hühnerklein
  • Zwiebel, Ei, Milch, Mehl
  • frische Petersilie, frischer Thymian

Zubereitung

Für die Fülle Semmelwürfel mit Milch und versprudeltem Ei übergießen. Geschnittenen Zwiebel und fein geschnittenes Hühnerklein in Öl anschwitzen und zur Masse geben, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken und mit fein gehackten Kräutern und wenig Mehl vorsichtig abmischen. Huhn außen und innen gut salzen und mit vorbereiteter Masse füllen.

Erdäpfel schälen, feinblättrig (ca. 0,5cm) schneiden und in die mit Butter eingefettete Bratpfanne geben, das gefüllte und mit Olivenöl beträufelte Huhn „aufsetzen“, einen Rosmarinzweig dazugeben und im vorgeheizten Backrohr ca. 2 Stunden goldgelb backen.