Ein Stück vom Glück: der Sauschädel

Die steirischen Fleischer wünschen viel Schwein fürs neue Jahr! (c) pixabay
Die steirischen Fleischer wünschen viel Schwein fürs neue Jahr! (c) pixabay

Der Jahreswechsel naht und mit ihm – nach den Weihnachtsfeiertagen – ein weiterer  Höhepunkt. Ein (Stück vom) Sauschädel ist vielerorts fixer Bestandteil des Neujahrsmenüs. 

Eine Tradition, die von den steirischen Fleischermeistern mit bestem Gewissen weiterempfohlen wird: „Der Sauschädel ist ein reines Naturprodukt, in klarem Wasser mit ein wenig Salz gekocht, frei von chemischen Zusätzen, Allergenen etc.“ Bernd Triebl vom gleichnamigen Fleischerfachbetrieb in Bad Gleichenberg unterstützt diese Tradition und bietet halbe Sauschädel bereits vorgekocht in seinem Geschäft an. Das spart eine Menge Arbeit – aufwärmen, anrichten und schon steht dem Verzehr eines „Stücks vom Glück“ nichts mehr im Wege.

Vorgekocht oder selbst gemacht?

Wer Zeit und Muße sowie das geeignete Kochgeschirr hat, kann sich auch selbst an die Zubereitung wagen. Bevor es ans Kochen geht, wird empfohlen den Sauschädel gründlich zu waschen und zumindest eine Nacht lang zu wässern. Danach wird er im Wurzelsud mit Lorbeerblättern, Pfefferkörnern, einer Zwiebel und reichlich kaltem Wasser zugestellt und bei mittlerer Hitze langsam geköchelt.

Aufsteigender Schaum sollte immer wieder mit einem Lochschöpfer entfernt werden.

Der fertig gekochte oder aufgewärmte Sauschädel wird kurz vor dem Servieren „aufgeputzt“ – mit einem Apfel im Maul und Petersilienbüschel in den Ohren. Dazu empfiehlt Bernhard Triebl Kren und Essiggemüse. Wer zu seinem Glück im Neuen Jahr auch noch einen entsprechenden Geldsegen wünscht, dem sei als Beilage ein Linsensalat empfohlen.

„Schwein gehabt“?

Die Ursprünge des Glücksschweins liegen bereits im Mittelalter. „Schwein gehabt“ hat derjenige, der in einem Turnier den letzten Platz erlangte. Er bekam als Trostpreis ein Ferkel. Und wer dereinst ein Schwein besaß, war nach Maßstäben des Mittelalters reich. Zumal das Futter nicht viel kostete und seine vielen Nachkommen entweder verkauft oder selbst großgezogen und geschlachtet werden konnten.

Woher stammen eigentlich die vielen Sauschädel zu Silvester?

Man möchte glauben in der Zeit vor dem Jahreswechsel hat Hydra ihre Hand im Spiel, die dafür sorgt, dass irgendwo eine ganze Menge mehrköpfige Schweine herumlaufen – denn wo kommen denn auf einmal all diese Sauschädel her? In Wahrheit sieht es aber so aus, dass die Sauschädel übers Jahr ausgelöst und in der Wurstproduktion verarbeitet werden, vor Silvester wird diese eben ein wenig zurückgeschraubt, um der Nachfrage der Konsumenten entsprechen zu können.

Nun bleibt uns nur noch gutes Gelingen und „viel Schwein“ für 2018 zu wünschen!