Eine steirische Tradition: der Weihkorb und was alles hinein gehört

Osterschinken, Eier, Osterbrot
Die Vorfreude auf eine steirische Osterjause steigt. Foto: llazlo/ shutterstock

Die Fastenzeit neigt sich langsam ihrem Ende zu und die Vorfreude auf einen reich gedeckten Ostertisch steigt. Da sich hier die Traditionen von Region zu Region stark unterscheiden, haben wir bei Fleischermeister Franz Fritz nachgefragt, was denn in einen typischen steirischen Weihkorb alles rein gehört.

„An erster Stelle steht auf jeden Fall das Selchfleisch“, erklärt Franz Fritz von der gleichnamigen Fleischerei in St. Stefan ob Stainz aus voller Überzeugung. „In unserer hauseigenen Selcherei wird ständig frisch geräuchert, da ist für jeden Geschmack etwas dabei – vom Schinken, über die Schulter und den Schopf bis zum Selchroller.“ Aber auch die geräucherte Schweins- oder Rindszunge darf im Weihkorb nicht fehlen und gehört selbstverständlich ebenso zum Sortiment.

 

Krainer-Würstel für den Feiertag

Eine weitere Besonderheit zu Ostern ist die gespeilte Osterkrainer. Die nach dem slowenischen Krain benannte, speziell gewürzte Wurst wird traditionell mittels eines „Holzspeils“ verschlossen.

Neben diesen Köstlichkeiten dürfen natürlich auch die Ostereier, Salz und das für die Steiermark typische, leicht süßliche Osterbrot im Weihkorb nicht fehlen. Ergänzt wird nach Geschmack um jene Produkte, die später zur Osterjause aufgetischt werden – die ersten Radieschen, eine Flasche Wein etc.

 

Spaziergang zur Fleischweihe macht Appetit

Der fertig gefüllte Korb wird sodann mit einem – meist bestickten – Weihkorbdeckerl zugedeckt, das jeden Korb einzigartig macht und oft von Generation zu Generation weitervererbt wird. Und nun geht´s auf zur Fleischweihe, denn nach 40-tägiger Fastenzeit ist der Appetit auf eine herzhafte Osterjause kaum mehr zu bändigen.

Zuhause wartet dann der festlich gedeckte Tisch darauf, dass all die gesegneten Köstlichkeiten aufgetragen werden. Dabei darf für Franz Fritz eine weitere steirische Spezialität auf keinen Fall fehlen: „Die Krenwurzn!“, lacht der Fleischermeister.