Eingefleischtes Handwerk: Josef Moßhammer im BUSSINES Monat

Josef Moßhammer, Fleischer aus Graz

Fleischer Josef Moßhammer im “BUSSINES Monat”

Der folgende Artikel “Eingefleischtes Handwerk” wurde im aktuellen “BUSSINES Monat”-Magazin (November/Dezember 2016) veröffentlicht. Der Fleischer Josef Moßhammer spricht über die spannende Zeit, in der wir leben und wie aktuelle Ansichten in den Köpfen der Menschen das Fleischerhandwerk beeinflussen. Sehr lesenswert!

Eingefleischtes Handwerk

Ein Handwerk, das sich buchstäblich hinter den Kulissen abspielt, betreibt der Grazer Fleischermeister Josef Moßhammer. Denn, wenn Frischfleisch und Wurstwaren in der Vitrine des Geschäfts in der Zinzendorfgasse Fleischeslust wecken, ist die angewandte Handwerkskunst bereits getan. Etwa traditionelle Schnitttechniken, die das Fleisch bekömmlich machen, oder handwerkliche Kniffe, um das Brät in die Wursthaut zu pressen. Gerade das Handwerkliche sei eine Riesenchance für seine Branche, so Moßhammer. „Denn im Grunde hat der Fleischer ja bereits aufgehört, in den Köpfen der Konsumenten zu existieren“, sieht es der Innungsmeister der steirischen Fleischer nüchtern. „Gleichzeitig gibt es die Sehnsucht der Menschen nach ehrlichen, nachhaltigen und regionalen Produkten. Crafted liegt voll im Trend und bietet viele neue Chancen.“ Eine besteht im boomenden Thema Grillen und BBQ , das die Fleischerei Moßhammer durch ein breites Angebot an Grillseminaren abdeckt. „Unglaublich, was sich hier tut, mit welcher Leidenschaft sich die Menschen für besondere Schnitte und Cuts interessieren und bereit sind, neue Geschmäcker zu entdecken. Wir leben in einer spannenden Zeit!“ Oft sei es auch ein „Back to the roots“, wenn etwa eine Schweinsschulter mit Knochen nun als Pulled Pork ein furioses Comeback feiere. Oder die Bratwurst einen neuen Stellenwert bekommt. So wie in den nächsten Wochen, wenn der 1. Adventsamstag zum offiziellen Bratwurstsamstag ausgerufen wird. Die Rückbesinnung auf das Ursprüngliche ist auch der Grund, warum der Firmenchef seinen bekannten Partyservice künftig etwas zurücknehmen möchte. „Dieser Bereich hat schon mal mehr Spaß gemacht, er hat sich zu sehr in Richtung eines unpersönlichen Catering-Business gewandelt. Wir aber wollen zurück zu den Wurzeln“, so Moßhammer, der den Familienbetrieb mit Ehefrau Brigitte und seinen Eltern führt. Sorgen macht auch ihm der Lehrlingsnachwuchs. „Ehrlich gesagt, ist es derzeit fast unmöglich, geeignete Lehrlinge zu finden.“