Es geht um die Wurst – genauer gesagt um die Blutwurst!

Blutwurst und Apfel - eine lohnende Kombination. Foto: shutterstock

Wenn die Tage kürzer und die Nächte kühler werden, hat die Blutwurst – in (Ost-)Österreich auch „Blunzn“ genannt – wieder Saison. Über ihre Herstellung und klassische Zubereitung haben wir auf „herzhaft essen“ bereits ausführlich berichtet. Für alle, die vielleicht noch in Urlaubserinnerungen schwelgen, machen wir aus gegebenem Anlass eine kleine Rundreise durch die Heimatländer der Blutwurst.

 

Nicht nur in Österreich, wo sie vom Kuratorium für kulinarisches Erbe als besondere österreichische Spezialität ausgewiesen wird, hat die Blutwurst eine lange Tradition. Bereits im alten Rom diente sie der Stärkung tapferer Krieger. Im Hochmittelalter soll die, bereits am Euphrat und am östlichen Mittelmeer geschätzte Spezialität, von maurischen Eroberern nach Frankreich gebracht worden sein. Und nahm von dort aus ihren Weg in den „alemannischen Raum“, wo sie auch heute noch sehr hoch im Kurs steht. Reisen wir daher gleich zu Beginn nach Deutschland…

 

Was Himmel und Erde mit Blutwurst zu tun haben

Wer sich schon mal über die Weißwurstgrenze gewagt hat und eventuell im sehenswerten Düsseldorf gelandet ist, hat sich beim Anblick der Speisekarte womöglich gefragt, was sich denn hinter dem Gericht „Himmel un Ääd“ verstecken könnte. Neben dem besser bekannten Sauerbraten ist es eines DER rheinländischen Traditionsgerichte. Die Lösung ist ganz einfach: Vom Himmel kommen die Äpfel in Form von Apfelmus auf den Teller und aus der Erde die Erdäpfel – in diesem Fall natürlich Kartoffeln – als Kartoffelpüree. Und dazwischen – ganz wichtig (!) – liegen knusprig gebratene Blutwurstscheiben. Auch wenn die Kombination ein wenig exotisch anmutet, sollte man sich ruhig mal darüber trauen, denn nicht nur in Deutschland wird die Blutwurst gerne mit Äpfeln kombiniert – und das mit gutem Grund!

 

Für Hartgesottene: Blutwurst zum Frühstück

Reist man weiter ins Vereinigte Königreich, begegnet man der Blutwurst vielerorts bereits am frühen Morgen. In Form von Black Pudding wird sie als sehr aromatischer Teil z.B. des schottischen Frühstücks geliebt.  Auch in Irland und in Teilen Englands wie Black Country, Stornoway oder Lancashire wird sie geschätzt.

 

Boudin Noir – auch in der Sterneküche gern gesehen

Zurück auf dem Festland, in Frankreich, wo die Blutwurst Boudin Noir genannt wird, findet man sie nicht nur in der einfachen, schnellen Küche, sondern auch auf dem Menüplan von Meisterköchen. Paul Bocuse servierte sie gerne in vielen Varianten – vom Amuse Gueule bis zum Hauptgang. Dann natürlich auch mal in Kombination, beispielsweise mit einer Jakobsmuschel. Ein einfaches Rezept, das die Boudin Noir aber ebenso zum Festessen erhebt, indem sie mit geschmorten Apfelspalten kombiniert und flambiert wird, finden Sie hier.

 

In Spanien natürlich – Tapas!

Reisen wir weiter nach Spanien. Hier heißt die Blutwurst Morcilla und wird gerne, in Scheiben geschnitten – erraten! – als Tapa serviert. Die Begleitung können gebratene Erdäpfel und geräucherter Paprika sein oder – auch hier mal wieder – geschmorte Apfelscheiben.

 

Geschützte Tradition in Italien

Bevor wir auf unserer Rundreise nach Österreich zurückkehren, wollen wir noch die italienische Variante vorstellen – vielerorts unter Buristo bekannt, in manchen Teilen Mittelitaliens auch buristio, burischio oder buricco genannt. Es handelt sich dabei um eine Blutwurst-Variante aus der Toskana und anderen Teilen Mittelitaliens, die als Prodotti agroalimentari tradizionali italiani (PAT; traditionelles italienisches Lebensmittel) sogar besonders geschützt ist.

 

P.S.: Falls Sie nun Appetit bekommen haben – der Fleischer in Ihrer Nähe schafft gerne Abhilfe.