Mein ganz privates Oktoberfest:
In der Hauptrolle: die Weißwurst!

Heiße Weißwürste, eine Brezn und ein Bier - schon fühlt man sich wie auf der Wiesn! Foto: pixabay RitaE

Ob 1, 2 oder 200.000 – nicht jeder braucht das große Publikum, um sich einen kleinen Genuss zu gönnen. Auch ganz alleine, in trauter Zweisamkeit oder mit der Familie schmeckt die Weißwurst hervorragend.

 

Das große Remmidemmi fällt heuer bekanntermaßen ins Wasser, aber mit der Weißwurst und ihren unverzichtbaren Begleitern fühlt man sich auch zu Hause fast wie auf der „Wiesn“ – nur viel entspannter – gilt die Weißwurst doch als die Urbayrische unter den Würsten.

 

Weißwurst nur am Vormittag?

Einst diente die Weißwurst als klassische Brotzeit – letztlich durfte sie das „Zwölfeläuten“ nicht hören, musste also unbedingt vor Mittag verzehrt werden. Die modernen Kühlmöglichkeiten machen es aber längst möglich, dass die Weißwurst selbst in traditionellen Bayrischen Biergärten noch nachmittags auf der Speisekarte steht.

 

Warum ist die Weißwurst weiß?

Die typische helle Färbung verdankt die Weißwurst nicht nur ihren Zutaten, nämlich dem weißen Kalbfleisch. In erster Linie ist sie darauf zurück zu führen, dass im Unterschied zu den meisten anderen Würsten kein Nitritpökelsalz zur Haltbarmachung verwendet wird. Dieses würde die Wurst rötlich färben.

Bei der Weißwurst kommen jedoch neben bestem Kalbsfleisch, würzigem Schweinespeck sowie wenigen anderen Zutaten und Gewürzen, wie typischerweise frischer Petersilie, nur weißes Salz zum Einsatz.

Das Ergebnis ist eine luftig-lockere, mild gewürzte Wurst, die mit keiner anderen vergleichbar ist.

 

Bloß nicht kochen!

Weißwürste werden zwar möglichst heiß gegessen, aber keinesfalls gekocht, da sie sonst aufplatzen würden. Um dies zu vermeiden, bringt man einen Topf mit Wasser zum Kochen und stellt dann die Temperatur ab. Erst wenn das Wasser nicht mehr blubbert legt man die Weißwürste in den Topf und lässt sie mit geschlossenem Deckel ca. 10 Minuten ziehen.

 

Und was dazu?

Unentbehrlich und durch nichts zu ersetzen ist der süße (Weißwurst-)Senf – ein Muss zu jeder Weißwurst. Jetzt noch eine frische Laugenbreze dazu und zur Krönung ein frisch gezapftes Bier, am besten ein Weißbier und schon kann´s losgehen! Aber wie?

 

Zuzeln oder schälen?

Für den echten Weißwurstkenner stellts sich die Frage nicht: die Weißwurst wird selbstverständlich gezuzelt! Wer seine Weißwurst aber keinesfalls mit der Hand essen möchte, dem ist es auch gestattet, dies mit Messer und Gabel zu tun. Dazu wird sie der Länge nach aufgeschlitzt und sorgsam aus ihrer Haut geschält. Nun kann man sie in Stücke teilen und genießen.

 

„Mahlzeit!“ wünschen dazu Ihre steirischen Fleischer und sorgen täglich für Nachschub an frischen Weißwürsten!