Von San Daniele bis ins steirische Vulkanland

Die richtige Reifung gibt dem Rohschinken sein besonderes Aroma. Foto: pixabay

Vom 21. bis 24. Juni wird die knapp 8.000 Einwohner zählende Kleinstadt San Daniele wieder zum Mekka für Schinkenliebhaber. Der Austragungsort für dieses Fest, das weit über die italienischen Grenzen hinaus unzählige Gäste anzieht, ist kein Zufall – ist er doch Namensgeber für den berühmten Prosciutto di San Daniele.

 

Warum gerade der Schinken aus diesem kleinen und sonst eher unbedeutenden Ort zu solcher Berühmtheit gelangt ist? Seine Lage am Rande der Alpen bildet im Zusammentreffen mit der feuchten Adria-Luft, die perfekte Basis für die Herstellung feinsten Rohschinkens. Die einzige weitere Zutat neben Schweinefleisch ist Meersalz. Eine einzigartige Kombination, die durch ein Brandzeichen Qualität und Authentizität garantiert.

 

Sieh, das Gute liegt so nah!

Mit Sicherheit bietet San Daniele in diesen Tagen ein rauschendes Fest, italienisches Flair inklusive. Natürlich ist es aber auch schon sehr überlaufen und nicht gleich um die Ecke … Wer also keine Zeit (oder Lust) hat, die rund 300 km lange Reise anzutreten, dem kann man nur eines sagen: Sieh, das Gute liegt so nah! Gerade in der Steiermark haben sich mittlerweile etliche Schweinezüchter und Fleischermeister der Produktion von exzellentem Rohschinken verpflichtet. Und ein Ausflug ins steirische Vulkanland hat auch darüber hinaus einiges zu bieten.

 

Glückliche Schweine

Besonders positiv hervorzuheben ist die Tatsache, dass hierzulande von vielen Produzenten bereits lange vor Schinkenherstellung höchster Wert auf beste Qualität des Rohprodukts gelegt wird. Die Schweine wachsen unter besten Bedingungen, oft in freier Natur auf. Sie werden mit hochwertigem Getreide gefüttert und dürfen sich langsam ihren feinen Speck anfuttern – wie z. B. bei Franz Habel, Visionär und Landwirt mit Leidenschaft. Seine Wollschweine leben das ganze Jahr über in Freilandhaltung und sind für ihre einzigartige Speckqualität berühmt.

 

Vom Grimming bis Eibiswald

Aber auch in anderen Regionen der Grünen Mark widmet sich so mancher Fleischermeister der Produktion ganz besonderer Schinken-Köstlichkeiten. So auch Erich Diechtl, der in seinem Familienbetrieb im Zentrum von Bad Mitterndorf seinen Grimming Schinkenspeck erzeugt, der durch sein einzigartiges Aroma überzeugt. Erich Brand aus Leibnitz ist hingegen Spezialist für das südoststeirische Woazschwein, das nicht nur die Grundlage für seinen feinen Sulmtaler Schinkenspeck bildet. Herrlichen Turopolje-Speck vom gleichnamigen Schwein, das auch als Mangalitza-Schwein bekannt ist, produziert Fleischermeister Siegfried Hasewend aus Eibiswald. Den steirischen Spezialitäten ist zwar keine Adria-Luft beigesetzt, dafür können sie in Sachen Qualität und Geschmack aber locker mithalten.

 

Schinken mal anders!

Wir Steirer lieben Schinken das ganze Jahr über. Ob als kleiner Snack zwischendurch oder in diversen Gerichten integriert – ohne kommt man einfach nicht aus. Im Sommer sind vor allem Klassiker wie Schinken mit Melone oder reifen Feigen beliebt. Wer aber einmal etwas Neues sucht wird hier sicherlich fündig:

 

 

Und wem das noch nicht reicht, der kann hier doch noch eine Reise nach San Daniele antreten – wenn auch nur digital – und anschließend bei seinem Fleischer ums Eck die passenden Zutaten kaufen.