WM-Gerichte – 2. Halbzeit: Schon genug von Chips & Co?

Trockenfleisch - ein beliebter Snack rund um den Erdball. Foto: shutterstock
Trockenfleisch - ein beliebter Snack rund um den Erdball. Foto: shutterstock

Russland bietet Alternativen aus Fisch und Fleisch, die wir aus gegebenem Anlass an dieser Stelle gerne vorstellen möchten. Auf den ersten Blick vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig – aber im WM-Austragungsland wird traditionell getrockneter Fisch zum Bier „geknabbert“. Für weniger Mutige gibt es auch Alternativen aus Fleisch. Hier ein kleiner Überblick mit Rezepten aus aller Welt – von Biltong bis Pastrima.

Nicht jedermanns Sache, aber rund um den Erdball hat getrocknetes Fleisch nahezu allerorts Tradition. Im Zuge der WM könnte man sich einmal dieser ungewohnten Delikatesse annähern – wir beginnen mit dem Gastgeberland:

Dörrfleisch aus Russland: Pastirma (БАСТУРМА)

Dörrfleisch hat in Russland eine lange Tradition. Das Dörren und Trocknen ist bei den Völkern des Nordens eine häufige und beliebte Art der Haltbarmachung von Lebensmitteln. Die Nahrung bleiben vitamin- und nährstoffreich, kann über einen langen Zeitraum gelagert bzw. auf die Jagd oder ausgedehnte Reisen mitgenommen werden. Es verdirbt nicht und ist ein ausgezeichneter Kalorienspender in der bitteren Kälte.

Der bekannteste Vertreter von Dörrfleisch in Russland ist das aus dem Kaukasus stammende Pastrima. Dabei handelt es sich um ein Rinderfilet, das mit verschiedenen Gewürzen eingerieben und getrocknet wird. Als kulinarisches Erbe nomadisierender Turkstämme ist es von Ägypten über Griechenland bis Persien verbreitet. Pastrima wird primär aus Rindfleisch hergestellt, man findet aber auch Pastrima aus Ziegen-, Schaf- oder Rentierfleisch, mitunter sogar Wild auf russischen Märkten.

Trockenfleisch rund um den Erdball

Die Tradition des Trocknens und Dörrens ist aber nicht nur in Russland weit verbreitet. In Nordamerika kennt man es unter dem Namen Beef Jerky, in Mexiko als Carne Seca und in Finnland Kuivaliha. Südafrika ist bekannt für sein Biltong und in China wird es Bakkwa genannt. Doch egal welchen Namen es trägt, Trockenfleisch ist rund um den Erdball eine beliebte Abwechslung auf dem Speiseplan. Mittlerweile ist der Trend auch bei uns gelandet und es gibt ein breites Angebot an Snacks aus getrocknetem Fleisch – von Beef Jerky über Schinken-Chips bis zu Huhn. Und alle, die ihre Freunde beim nächsten gemeinsamen Fernsehabend mit selbstgemachtem Beef Jerky überraschen wollen, finden hier das Rezept dazu.

Wer es gerne noch etwas außergewöhnlicher hätte, für den hält Russland den Wobla bereit.

Wer ist eigentlich dieser Wobla?

Beim Wobla handelt es sich um einen luftgetrockneten Fisch aus der Familie der Karpfenfische, der am Tisch zerlegt und zum Bier verzehrt wird. Zuvor wurde er mitsamt seinen Innereien 3 Tage in Salzlauge eingelegt und dann eine Woche an der frischen Luft getrocknet. Der Wobla kann nahezu überall in Russland auf Märkten erstanden werden. Oder in einem der vielen Brauhäuser bzw. Bier-Bars mit unzähligen Biersorten, wie z.B. jene der Kette „Goldener Wobla“, zum Bier verzehrt werden, während man die Finalspiele gemeinsam mit Freunden am Bildschirm verfolgt.