Frische Milch und bester Käse

Als das grüne Herz Österreichs verfügt die Steiermark nicht nur über zahlreiche saftig grüne Wiesen, die den Milchkühen als Weiden dienen. In einer Reihe von heimischen Molkereien und Käsereien wird die hier produzierte Milch direkt vor Ort abgefüllt bzw. zu Joghurt, Topfen, Butter und teils einmaligen Käsespezialitäten weiterverarbeitet.
Mit über 81.000 Milchkühen und einer Jahresleistung von mehr als 600.000 Tonnen Rohmilch ist die Steiermark der drittgrößte Milchproduzent innerhalb Österreichs nach Ober- und Niederösterreich. Die Milchwirtschaft spielt also eine wichtige Rolle in der Steiermark. Und der Weltmilchtag, der jährlich am 1. Juni gefeiert wird, bietet eine gute Gelegenheit, auch auf die Leistungen des milchverarbeitenden Gewerbes hinzuweisen.
Molkereien und Käsereien als Teil des Lebensmittelgewerbes
Denn neben Fleischereien, Bäckereien, Konditoreien und Getreide- und Ölmühlen sowie einer Reihe weiterer Nahrungs- und Genussmittelgewerbebetriebe, gehören auch Molkereien und Käsereien dem Lebensmittelgewerbe an. Und von der Obersteirischen Molkerei über die Ennstal Milch bis zur Mantsch Müch – kurz vor Graz – und weiter zu den Weizer Schafbauern, ziehen sich die Betriebe über die gesamte Steiermark. Zum Teil sind hier direkt Käsereien angeschlossen, des Weiteren gibt es eine Reihe von Spezialisten, die sich intensiv mit der Kunst der Käseherstellung beschäftigen.
Enorme Vielfalt an Käsesorten
So ist die Steiermark bekannt für eine Vielzahl von Käsespezialitäten, die sich durch ihre hohe Qualität und ihren teils einzigartigen Geschmack auszeichnen. Zu den bekanntesten Herstellern gehören der Almenland Stollenkäse mit seinem reichhaltigen Sortiment und die Weizer Schafbauern mit Käsespezialitäten. Diese reichen vom Frischkäsebällchen bis zum Hartkäse – natürlich alles vom Schaf. Die regionale Vielfalt ist aber natürlich noch weit größer. Sie umfasst eine reichhaltige Palette an Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch-Käsesorten – von unterschiedlich zubereiteten Frischkäse-Varianten über die meist milden Rahm- und Weichkäsesorten bis zu den kräftig würzigen Alm- und Bergkäsespezialitäten.
Steirerkas: Traditionelle steirische Käsekultur
Eine Besonderheit der steirischen Käsekultur ist dabei der sogenannte Steirerkas. Sein Ursprung geht bis ins Mittelalter zurück. Es handelt sich dabei um einen Sauermilchkäse aus Kuhmilch, der traditionell auf Almen hergestellt wurde. Heute kommt er in zwei Ausprägungen vor: dem Ennstaler Steirerkas und dem Murtaler Steirerkas. Sie unterscheiden sich in der Herstellung, dem Aussehen und natürlich im Geschmack.
- Beim Ennstaler Steirerkas wird der Topfen in die für ihn typische Kegelstumpfform gepresst. Es entsteht ein bröseliger graugrüner Mürbkäse mit intensivem, kräftigem Geschmack. Am besten genießt man ihn auf einem Butterbrot, in Kasnocken oder als „Steirerkaskrapfen“. Dabei handelt es sich um eine Spezialität aus frisch herausgebackenen Roggenmehl-Krapfen, die gerne zusammen mit Sauerkraut verspeist werden.
- Beim Murtaler Steirerkas hingegen kommt der Topfen nach dem Auspressen in eine flache Schüssel, in der er reift. Es entsteht ein weicher, aber dennoch schnittfester Schmelzkäse mit herzhaft-würzigem Aroma. Auch ihn kann man auf einem Butterbrot genießen oder aber zu einer Murtaler Steirerkassuppe verarbeiten.
Wer jetzt Lust bekommen hat auf ein herzhaftes Käsebrot oder gar schon seinen Speiseplan um zwei Gerichte erweitert hat, dem wünschen wir gutes Gelingen und guten Appetit mit den Steirischen Käsespezialitäten!
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